ERNST-SCHULZE-SÄULE

 

 

1789

Ernst Schulze

geboren am 22. März 1789 in Celle

 

Vater: Dr. Friedrich Schulze,

Bürgermeister

 

Mutter: Christina geb. Lampe

 

 

Elternhaus am Großen Plan

(heute: Robert-Meyer-Platz)

 

 

1799

Schüler der Lateinschule in der Kalandgasse in Celle

(heute: Gymnasium Ernestinum)

 

 

1804

In den Ferien liest sich Ernst Schulze auf dem

Rittergut Habighorst durch die französische Bibliothek

mit Ritter- und Feenromanen.

 

 

1806

Beginn des Studiums der Alten Sprachen

an der Universität Göttingen

 

 

1808

Ernst Schulzes erster Versroman

»Psyche«

erscheint erstmals 1808/10.

 

 

1811

erlangt Ernst Schulze an der Universität Göttingen

den Doktorgrad der Philosophischen Fakultät.

 

 

1812

Für eine auf Latein verfasste Schrift erhält Schulze

im März 1812 die Lehrbefähigung für die Universität

und wird Privatdozent.

 

 

1812

Die Freundin Cecilie Tychsen stirbt Ende 1812

an Schwindsucht (Tbc).

 

 

1813

erscheint Ernst Schulzes erster Band mit Gedichten

 

 

1814

nimmt Schulze unter Beaulieu-Marconnay

vor Hamburg als Freiwilliger am Befreiungskrieg

gegen Frankreich teil, Homers Ilias im Tornister.

 

1813 hatte er mit einem Aufruf für das Beaulieusche Jägercorps geworben.

 

 

1815

Der große Versroman »Cäcilie« wird beendet.

 

 

Zeichnung: Dietrich Klatt

1816

schreibt Ernst Schulze, schon schwer krank,

sein erfolgreichstes Werk:

»Die bezauberte Rose«.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1817

erfährt er noch auf dem Sterbebett, dass er damit einen Literaturpreis des Verlegers Brockhaus errungen hat.

 

 

Am 29. Juni 1817

stirbt Ernst Schulze mit nur 28 Jahren

an Schwindsucht (Tbc).

 

 

 

1855

38 Jahre nach Schulzes Tod,

errichtet der Verleger Brockhaus

auf dem Hehlentor-Friedhof einen Findling

mit einer Gedenktafel:

 

»Dem Dichter Ernst Schulze«.

 

"Die Stadt Celle hat den Findling Anfang 2017 gesäubert und restauriert.
Die Ernst-Schulze-Gesellschaft hat die Gedenktafel von der Restauratorin Vera Fendel reinigen und restaurieren lassen."

 

 

"1885 hat der Bürgerverein Celle an Schulzes Elternhaus am Großen Plan eine Gedenktafel anbringen lassen. Diese hat die Ernst-Schulze-Gesellschaft jetzt durch den Restaurator Henning Argow restaurieren lassen."

 

 

Während des 19. Jahrhunderts

war Ernst Schulze einer der meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller.

Seine Werke waren Bestseller, vor allem »Die bezauberte Rose«,

die in viele Sprachen übersetzt worden ist.

 

»Die bezauberte Rose«, ins Ungarische übersetzt

 

 

Franz Schuberts Kunstlieder nach Schulzes Versen

werden noch heute

in Konzerten gespielt und auf Tonträger aufgenommen.

 

Außer ihm vertonten etwa 40 Komponisten Schulze (Forschungen Harald Müller)

 

 

Zitate von Ernst Schulze

 

»Nur toten Glanz kann Macht und Reichtum zeigen;

Das Leben ist allein dem Sänger eigen.«

 

 

»Die Phantasie ist gewiss einer der schönsten Vorzüge der Menschen,

sie ist die Würze des Lebens.«

 

 

»Stumm war die Nacht; dem Dichter nur verrieten,

Was sie gesehn, Laub, Lüfte, Duft und Blüten.«

 

 

»Denn schon drei Tage war ich fern

Von ihr, die ewig mich gebunden.

Drei Tage waren Sonn’ und Stern

Und Erd’ und Himmel mir verschwunden.«

 

 

Ein Gedicht von Ernst Schulze

 

 

Celle

 

Unendlich dehnt sich rings die graue Heide,

Und dunkel liegt der öde Fichtenhain;

Doch leise schwimmt im heitern Sonnenschein

Um’s finstre Bild ein stiller Strahl der Freude.

 

Wohl flimmern hell am bunten Feierkleide

Die Tränen oft wie köstliches Gestein;

Doch kann auch Tod am Leben sich erfreun?

Naht Lächeln auch dem Ernst und Lust dem Leide?

 

O sei getrost! Es gibt ein ew’ges Licht;

Nicht Tod noch Schicksal kann die heil’ge Gabe

Der eignen Kraft der reinen Seele rauben.

 

Wohl darfst du weinen, zagen darfst du nicht,

Denn menschlich ist die Trän’ am frischen Grabe;

Doch göttlich ist’s, zu lächeln und zu glauben.

 

 

Zwei bedeutende Stimmen zu Ernst Schulze

 

 

Wir hören, weil hier besonders von Liedern die Rede sein soll,

einen sanft melancholischen Anklang,

der sich von Hölty bis zu Ernst Schulze durchzieht ...

Goethe

 

 

In der äußern Form ist er einer der vorzüglichsten Dichter deutscher Zunge;

an Süße und Wohllaut kommt ihm wenigstens keiner seiner Zeitgenossen gleich.

Karl Goedeke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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