Der in Celle geborene Dichter Ernst Schulze starb hier 1817 mit nur 28 Jahren. Im 19. Jahrhundert war er einer der meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller. 200 Jahre nach seinem Tod, im Jahr 2017, hat die Ernst-Schulze-Gesellschaft ihn mit einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen gefeiert, um sein Werk wieder bekannter zu machen. Besonderes Ziel war es dabei, junge Leute zu erreichen. Das Interesse für das Angebot war groß, und die Veranstaltungen waren gut besucht. Berichte und Bilder finden Sie hier auf der Seite „ARCHIV“.

 

Dem Dichter Ernst Schulze wird sich die Ernst-Schulze-Gesellschaft weiterhin widmen. Daneben will sie sich in Veranstaltungen auch mit anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern befassen, die einen näheren Bezug zur Region Celle haben. Das Logo hat deshalb die Ergänzung bekommen „Literatur in Celle“.

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

VERGANGENE VERANSTALTUNGEN

Renata Laqueur (1919 – 2011) zum 100. Geburtstag:

Tagebuch aus der Haft in Bergen-Belsen

 

Wer war Renata Laqueur? 1944/45, als junge Frau, war sie im KZ Bergen-Belsen gefangen gewesen und hatte dort, trotz entsetzlichen Elends und großer Gefahr, Tagebuch geführt. In den 90er Jahren lud sie der Landkreis Celle ein, als Zeitzeugin in Schulen darüber zu berichten. Ihr Tagebuch hat nicht nur dokumentarischen Wert, es gibt auch Zeugnis von ihrer bedeutenden Sprachkraft.
An ihrem 100. Geburtstag veranstaltete die Ernst-Schulze-Gesellschaft in Kunst & Bühne zu ihren Ehren einen Abend mit Lesungen und Gespräch. Vier große Grafiken von Friederike Witt-Schiedung zum Thema „Tagebuch“ deuteten aus, was Schreibende bewegt, von geheim gehaltener Selbstvergewisserung bis zur Auseinandersetzung mit anderen Menschen. Rainer Schiedung stimmte musikalisch auf der Klarinette einfühlsam in den nachdenklichen Ton des Abends ein.
Bevor aus dem Tagebuch Renata Laqueurs gelesen wurde, referierte Elke Haas die Lebensstationen der Autorin: Geboren 1919 in Brieg/Niederschlesien – die Eltern waren lutherisch getaufte Juden – war sie das vierte von fünf Geschwistern. In Amsterdam wuchs sie auf, weil ihr Vater dort Professor für Pharmakologie geworden war. Dort machte sie Abitur und ließ sie sich als Sekretärin ausbilden. Nach der Besetzung der Niederlande durch Hitlers Truppen wurde sie 1943 im „Judenlager“ Westerbork interniert und im März 1944, zusammen mit ihrem Mann und vielen anderen Holländern, nach Bergen-Belsen gebracht. Dort erfuhren sie Unvorstellbares. Mit allergrößter Selbstdisziplin – einen Eindruck erhielten die Gäste der Veranstaltung durch zwei vergrößerte Seiten der Handschrift ihres Tagebuchs – schrieb sie auf, was sie erlebte, fühlte, hoffte. Im April 1945 schickte die SS Züge mit Lagerinsassen Richtung Osten, bei Leipzig befreiten sowjetische Soldaten die Gefangenen. Renata Laqueur und ihr Mann waren todkrank, überlebten aber und schlugen sich Ende Juli nach Amsterdam durch. Traumata verfolgten sie. Aber die junge Frau konnte noch einmal neu beginnen, sie wanderte nach New York aus, heiratete noch einmal, fand Arbeit in einem Krebsforschungsinstitut und studierte sogar Sprachen. In ihrer zweiten Lebenshälfte besuchte sie ihre Heimat Holland wieder und auch Deutschland, schließlich auch das ehemalige Lager Bergen-Belsen.
Die deutsche Ausgabe ihres Tagebuchs, das sie in Holländisch verfasst hatte, verdanken wir Peter Wiebke aus Bergen. Er lebt jetzt in Schweden und hat die Vorbereitungen des 100jährigen Geburtstags mit gutem Rat begleitet. Die beiden deutschen Ausgaben von 1983 und 1989 sind vergriffen, doch kündigte während der Veranstaltung Dr. Thomas Rahe, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte, eine Neuauflage für das nächste Jahr an.
Zur Lesung hatten sich die vier Vortragenden Stellen aus dem Tagebuch herausgesucht, die sie besonders berührten: Den Beginn des Tagebuchs las Margreet van Praagh in der Originalsprache. Verwandte ihres Mannes waren auch in Bergen-Belsen inhaftiert gewesen. Auf Deutsch las sie dann noch eine spätere Stelle mit Erinnerungen an Blumen, Gärten, Freiheit. Dörthe Fabricius trug mit großem Ausdruck die Aufzeichnungen zu einem Tag vor, dem 25. Mai 1944. Bafta Fejzullahu hatte sich Stellen des Tagebuchs herausgesucht, die von Heimweh zeugen. Sie unterlegte ihre Rezitation mit leiser Musik vom Band. Friederike Schiedung schließlich stellte Passagen aus Laqueurs Tagebuch von 1945 zeitgleichen Aufzeichnungen ihrer Mutter gegenüber, die aus dem Osten nach Uelzen geflüchtet war. Die Zuhörer waren sehr beeindruckt. Die Meinung, das Tagebuch sei anspruchsvolle Literatur, stieß auf unausgesprochene Zustimmung.

Nach kurzer Pause tauschten sich die Anwesenden über Fragen aus, wie: Warum, wozu führen Menschen gerade auch in bedrohlichen Umständen ein Tagebuch? Ist es hilfreich für sie selbst? Schreiben sie auch für ihre Kinder, die Mitmenschen, die Nachwelt? Klaus Engling berichtete von seiner Erfahrung mit kranken Menschen, die nicht mehr selbst schreiben konnten, und dshalb ungemein dankbar waren, dass sie ihre Beobachtungen und Urteile von anderen festgehalten bekommen konnten.
Nachdem Bafta Fejzullahu, die 1989 aus dem Kosovo hatte fliehen müssen, aus ihrem eigenen Tagebuch vorgelesen hatte, wurde sie gebeten, den Text unbedingt noch einmal öffentlich zu machen, weil er uns mahne, dass Krieg und Gewalt weiterhin Menschen bedroht. Elmast Süzük ließ ausrichten, dass sie es sehr bedauere, in schwerer Zeit nichts aufgeschrieben zu haben. Weitere Aussagen und Fragen rundeten den Abend ab, von dem Margreet van Praagh rückblickend urteilte, dass er eine würdige Veranstaltung war, nicht nur Erinnerung, sondern auch Ermutigung für Hier und Jetzt.

Frohstimmende Wandel-Lesung im Heilpflanzengarten

 

Ein Sommernachmittag, vielfältiges Grün im Heilpflanzengarten, Kunst und Literatur – zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Celle und darüber hinaus waren zur Wandel-Lesung mit dem Thema „Natur – Mensch – Kunst“ gekommen. Die Ernst-Schulze-Gesellschaft hatte eingeladen.

Die Rezitationsreihe begann mit Rainer Maria Rilkes Sicht auf das moderne Verhältnis der Kunst zur Natur: Der Mensch in der Neuzeit „galt nicht mehr als ein Baum, aber er galt viel, weil der Baum viel galt“. Der beliebte Rezitator Hermann Wiedenroth stimmte mit diesem Text ein und begeisterte anschließend mit seinem hinführenden Vortrag des Rilke-Gedichts „Blaue Hortensie“. Als harmonische Ergänzung konnte die Zuhörerschaft das auf der Staffelei stehende Bild von Friederike Witt-Schiedung auf sich wirken lassen, es hat den Titel „NABU-Traum – Gut Sunder“ und zeigt viele dunkle Baumstämme, umschwirrt von bunten Schmetterlingen.

An der nächsten Rezitationsstation, unter der großen Linde, trug Uwe Winnacker einen Brief Ernst Schulzes aus dem Jahre 1813 vor. Der junge, damals schon berühmte Dichter, berichtete darin von einem Kaffeehaus-Besuch im ehemaligen Prinzenpalais, sehr ironisch karikierte er die Celler Gesellschaft, die ihn aus Eigennutz zu sich nach Hause einladen wollte. Er aber liebte und ehrte die Natur mit aller Herzenswärme, gerade auch die in Celle. Das konnte der  Rezitator sehr treffend mit Schulzes Liebeserklärung an den „Lachtehäuser Sandweg“ vor Augen bringen. Auch hier ergänzte ein Bild von Friederike Witt-Schiedung die inneren Bilder.

Unter der großen Eiche im Heilpflanzengarten schließlich erwartete Dietrich Klatt mit einem inhaltsreichen Bild, vor fast 50 Jahren entstanden, die Zuhörerschaft. Es kommentiert den Ausruf des Astronauten Neil Armstrong kurz vor der Mondlandung, der Mond sehe sehr schön aus, mit einem liebevoll realistisch-schönen Stillleben aus Lachtehausen, dabei sozusagen ganz auf den Spuren Ernst Schulzes. Dietrich Klatt rezitierte anschließend sehr treffend die berühmt sarkastische Erinnerung Hans Falladas vom Anfang des 20. Jahrhunderts an die welfisch gesinnten und dabei sehr intoleranten Damen der Celler Gesellschaft: „Kaffeekränzchen an der Aller“. Dietrich Klatt hatte herausgefunden, dass diese Kränzchen einst unweit des Heilpflanzengartens, nämlich in Thaers Garten, stattgefunden hatten.

An der nächsten Station im Grünen rezitierte wiederum Hermann Wiedenroth, diesmal den allbekannten Naturschilderer Hermann Löns mit dem Text „Vor der Celler Neustadt“. Löns wird nicht müde, den Celler Bürgern die Schönheit ihrer Naturumgebung zu schildern: „Sie haben in der Stadt so viel Grün, so viel Blumen, so viel Bäume […].“ Wieder wurden die geschilderten Eindrücke durch Bilder von Friederike Witt-Schiedung weiter interpretiert, insbesondere durch das Bild „Dichter im Baum“, das Ernst Schulzes Leidenschaft ausdeutet, in Vaters Garten (jetzt: Lochteweg), in den alten Eiben sitzend, zu lesen und zu dichten.

Als Abschluss der Wandellesung im Garten wurden von Elke Haas und Uwe Winnacker drei Gedichte rezitiert: Ralph Grüneberger: „Wildgarten in Kaditzsch“, Ernst Schulze: „Celle“ und Oskar Ansull: „Ein Mann aus Sung“. Dieser „Mann aus Sung“ mit seinem unsinnigen Bemühen, das Korn auf dem Felde mit eigener Muskelkraft zum Wachsen und zum Stehen zu bringen, muss – wie auch wohl wir – lernen: „Jedes Korn braucht seine Zeit / Man muss es darin wachsen lassen.“ Alle interessierten Gäste konnten sich anschließend ein Textheft mit den im Heilpflanzengarten vorgetragenen Texten geben lassen, um vielleicht noch einmal etwas nachzulesen.

Die anschließende  gemütliche Kaffeetafel im Café KräuThaer hatte sich Die große Zuhörerschaft wohl verdient. Sie wurde dabei auch durch Hermann Wiedenroths Vortrag des ergötzlichen Textes von Siegfried Lenz: „Kummer mit jütländischen Kaffeetafeln“ bestens unterhalten. Der Vorsitzende dankte allen Mitwirkenden und verabschiedete die Gäste mit Hinweisen auf die kommenden Veranstaltungen der Ernst-Schulze-Gesellschaft, die sich nicht nur dem Werk des Romantikers verschrieben hat, sondern auch weiterer Literatur mit Bezug zu Celle.

07.04.2019

Oskar Ansull stellt vor:
Romane aus, in und über Celle


Zwischen den Gemälden und Skulpturen der aktuellen Ausstellung in der Galerie Dr. Jochim las und berichtete Oskar Ansull auf Einladung der Ernst-Schulze-Gesellschaft. Der aus Celle stammende Lyriker, der heute in Berlin-Pamkow lebt, sprach nicht als Lyriker, sondern als Literaturforscher. Schon 2010 hatte er einen Band über Literatur aus dem Celler Land herausgebracht, „eine Sichtung“, wie er schrieb. Noch in diesem Jahr soll nun seine Celler Literaturgeschichte erscheinen, ein umfangreicher Band mit dem Titel „Heimat, schöne Fremde“.

Zur Einstimmung auf diese Veröffentlichung sprach Ansull nun über „Romane aus, in und über Celle“. Die Zuhörer erfuhren, dass seit 1875 Romane erschienen sind, die in Celle spielen, auch wenn dieser Bezug nicht immer klar genannt wird. Den ersten dieser Romane, „Harte Gesetze“ veröffentlichte die aus Celle stammende Anna Kistner unter dem Namen Anny Albert. Auch die weiteren Romane stammen in der Mehrzahl von Frauen. 1889 erschien „Apollonia von Celle“ von Auguste von der Decken (Pseudonym: Auguste von der Elbe).

Zu einem Roman aus der Zeit vor dem I. Weltkrieg, Hermann Löns’ „Der Werwolf“ von 1910, beschrieb Ansull, dass er riesige Auflagen erreichte. 1929 erschien der Roman „Freie von Ottenhaus“ von Hanna Fueß, die aus Altencelle stammte und die in Celle eine beträchtliche Rolle spielte, auch in der Zeit des Nationalsozialismus und danach. Aus der Zeit nach dem II. Weltkrieg zählte Oskar Ansull einige weitere Celle-Romane auf, so etwa „Insel der Kindheit“ von Marlis Straub, „Die Ersten und die Letzten“ von Waltraut Nicolas oder „Der blaue Heinrich“ von Fritz Graßhoff (1980).

Näher ging Ansull ein auf „Der Solljunge“, einen autobiografischen Roman von Jürgen Lodemann (1982), dessen Vorfahren aus Klein Hehlen stammten, wohin der Autor immer wieder einmal zurückkehrte. Das Buch ist auch eine Auseinandersetzung mit dem Vater, der den Familienhof nicht übernehmen wollte, Ingenieur wurde und dem Sohn 1936 ins erste Tagebuch schrieb: „Werde einst ein ganzer Mann!“ Diese für den Sohn nicht zu erfüllende Erwartung lastet auf ihm. Nicht zuletzt ist das Buch eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit sich selbst. Zur Freude des Publikums rezitierte Ansull dann noch eine Reihe von plattdeutschen Brocken aus dem Buch, z. B. schietendick, döösigen, düse Bambusen.

Schließlich stellte Oskar Ansull einen Roman von Hans Erich Nossack vor: „Dem unbekannten Sieger“ (1969). Dieser bedeutende Autor hat zwar keine nähere Beziehung zu Celle, er lässt aber einen Celler Gymnasiallehrer in einem Celler Gasthaus einem befreundeten Juristen den Fall eines unbekannten Siegers monologisierend berichten. Ansulls Darstellung endet damit, dass er erzählt, wie er selbst als gerade beginnender Buchhändlerlehrling in der Buchhandlung Brandt beim Auspacken einer Büchersendung diesen Roman fand und darin auf den ersten Seiten Celle entdeckte.

Großer Beifall für den lebhaften und animierenden Vortrag – man hat Appetit bekommen auf die für November angekündigte Celler Literaturgeschichte!

 

Architektur-Entwürfe von Studierenden:

 

Ausstellung „Kultur-Forum für Celle“ eröffnet

 

Die Ernst-Schulze-Gesellschaft feierte die Eröffnung der Ausstellung von Architekturmodellen für ein „Ernst-Schulze-Forum – Kulturforum in Celle“ mit sehr vielen Gästen in der Galerie Dr. Jochim im Haesler Haus. Die zwölf Arbeiten: Zeichnungen, mit dem Computer erstellte großformatige perspektivische Bilder, vielgestaltige Modelle, dabei auch ein Standort-Übersichtsmodell, sind die Ergebnisse einer Bachelor-Prüfungsaufgabe der Fakultät für Architektur und Landschaft an der Leibniz Universität Hannover. Dr. Jochim begrüßte die Anwesenden. Er freue sich sehr darüber, dass diese bemerkenswerten Arbeiten auf Wunsch der Studenten und ihres Dozenten Dr. Broszeit im Direktorenhaus, einem Haesler-Bau von 1930/31, gezeigt werden. Gedanken des Neuen Bauens seien hier und dort sichtbar aufgenommen worden und hätten im fiktiven „Kultur-Forum“ eine Fortführung und Würdigung bekommen.


Dr. Jens Broszeit dankte für die Ausstellungsmöglichkeit und auch für die anhaltende Unterstützung durch die Ernst-Schulze-Gesellschaft. Im Spätsommer 2017 sei er durch Veranstaltungen zum Ernst-Schulze-Jubiläum auf den bedeutenden Celler Dichter aufmerksam geworden. Seine Studierenden, die aus Deutschland und aus anderen europäischen und aus asiatischen Ländern kommen, führte er deshalb in einer Exkursion nach Celle. Sie besuchten nicht nur die damalige Ausstellung zu Ernst Schulze im Stadtarchiv sowie die dem großen Dichter gewidmete Säule, sondern auch das Haesler-Direktorenhaus ebenso wie den virtuellen Bauplatz an der 77er-Straße. 22 der Studierenden wählten dann für ihre Bachelor-Prüfung das Celler Thema: Ein „Kultur-Forum“ sollte erarbeitet werden als ein Ort des Austausches, des Treffens, des Entdeckens, des Bewahrens mit Ausstellungen, Musik und auch Arbeitsmöglichkeiten. Als prominenten Standort habe er, nach Kontakt mit der Stadt, einen fiktiven Bauplatz an der 77er-Straße festgelegt, dem Neuen Rathaus gegenüber in den Grünanlagen und mit verschiedenen Haesler-Bauten in Reichweite. So sei auch die Führung der Studierenden durch Dr. Jochim im Direktorenhaus sehr zielführend gewesen. Die Prüfungsaufgabe habe schließlich einen Bezug zur Umgebung verlangt, einschließlich der Straßenperspektive. Das Beispiel eines turmartigen Gebäudes bedeute z.B. einen Hingucker in der relativ gesichtslosen 77er-Straße. Die Studierenden fertigten innerhalb von 12 Wochen Grundrisse, Skizzen, perspektivisch richtige Ansichten der Gebäude mit Umgebung sowie Modelle in den Größen 1:500 sowie 1: 200 an. Eine Auswahl von 12 naturgemäß sehr unterschiedlichen Prüfungsarbeiten: Entwürfen eines Pavillons, von kompakten bis turmartigen Bauten, ist jetzt in Celle zu sehen. Über diese ermöglichte Präsentation freue er sich.


Für die Ernst-Schulze-Gesellschaft dankte Dr. Lothar Haas der Galerie Dr. Jochim für die wunderbaren Ausstellungsräume. Den Studierenden wie Dr. Jens Broszeit sprach er hohes Lob aus für all ihre Arbeit und Kreativität bei diesem Vorhaben. Aus den Entwürfen sei zu ersehen, wie sie sich nicht nur um die Gestaltung des Gebäudes bemüht hätten, sondern intensiv um die Funktion eines Kultur-Forums als einen Ort der schönen Künste, als einen Raum zum Schaffen, Präsentieren, Bewahren und zum Wahrnehmen, Lesen, Hören, zu Gesprächen. Den Besuchern der Ausstellung riet Haas, sich vorzustellen, wie man in solchen Gebäuden die Bibliothek nutzen könnte, einen Vortrag hören, der Musik lauschen oder wie man sich in der Cafébar niederlassen könnte.
Besonders betonte Haas, die Prüfungsaufgabe sei kein realer Planungsauftrag gewesen, keiner der Entwürfe werde so realisiert werden. Aber die Vorstellung von einem solchen Gebäude, von der möglichen Nutzung sei in den Köpfen konkretisiert worden, im Computer, auf dem Papier und in Modellen. Und diese Vorstellungen setzten sich in den Köpfen fest. Utopien könnten auch wahr werden.


Die Besucher der Ausstellung betrachteten die perspektivischen Darstellungen, die Grundrisse und Erläuterungen mit großer Aufmerksamkeit, sahen die Modelle von allen Seiten an und nahmen hier und das Dach oder eine Seitenwand ab. Sie überlegten wohl auch, ob ein niedriges oder ein mehrstöckiges Gebäude ihnen besser zusagte, und kamen mit anderen Besuchern ins Gespräch. So sollte es bei einer Ausstellung sein.
Lothar Haas hatte bei seinen einleitenden Worten daran erinnert, dass in der Ausstellung am Donnerstag, den 14. Februar, 18 Uhr, ein Podiumsgespräch zu dem Thema „Ein Kultur-Forum für Celle – wozu?“ stattfindet.

Podiumsgespräch:
Ein Kultur-Forum für Celle – wozu?

Studierende der Fakultät für Architektur und Landschaft der Universität Hannover hatten für ihre Bachelor- oder Master-Prüfungen die Aufgabe zu lösen, ein „Ernst-Schulze-Forum – Kulturforum für Celle“ zu entwerfen. Zwölf von über zwanzig abgegebenen Arbeiten sind jetzt in Celle in der galerie dr. jochim im Haesler-Haus, Magnusstraße, ausgestellt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher haben bereits die Fülle der Ideen bestaunen können, und manche haben sich ihre Lieblingsgebäude vorgemerkt.
Auf Einladung der Ernst-Schulze-Gesellschaft nahmen nun rund 50 Interessierte an einer Veranstaltung mit Podiumsgespräch teil, um sich über die Frage auszutauschen: Ein Kultur-Forum für Celle – wozu?
Bernd Zobel, Vorsitzender des Kultur-Ausschusses des Celler Stadtrates , moderierte das Gespräch. Auf dem Podium saßen Kulturakteure und Kulturschaffende: die beiden Celler Dietrich Klatt, Begründer des Kunstvereins Celle und der Haesler-Initiative (ohne ihn gäbe es das Direktorenhaus nicht mehr), und Dr. Lothar Haas, Vorsitzender der Ernst-Schulze-Gesellschaft, die beiden Uelzener Renate Schmidt, 2. Vorsitzende des Kunstvereins und des BBK Uelzen, und Dr. Udo Hachmann, 1. Vorsitzender des Kunstvereins Uelzen und langjähriger Stadtdirektor in Uelzen und später in Halle, schließlich der Mann, dem die Ausstellung zu verdanken ist: Dr. Jens Broszeit, seit 1999 Dozent an der Leibniz Universität Hannover. Leider hatte er keinen der Urheber der sehr bemerkenswerten Ausstellungsentwürfe mitbringen können, weil die jungen Architekten am selben Tag zur Preisverleihung des BDA in Hannover eingeladen waren oder bereits quer durch die Welt eine Anstellung als Architekt gefunden haben.
Die Gesprächsteilnehmer des Podiums waren sich einig, dass ein Ort für Kulturschaffende wie das konzipierte „Kultur-Forum für Celle“ mit seinen Räumen für Werkstätten, Ateliers, Büros, Ausstellungen, Vorträge, einem Lesesaal, einer Sammlungsbibliothek, einem Archiv und der Caféteria, sehr offen für die Stadtbevölkerung zu denken wäre, um erfolgreich zu sein. Natürlich sei man nicht blauäugig, was die Kosten für einen solchen Bau und die Unterhaltungskosten angehe. Andererseits wollte man zunächst die unterschiedlichen studentischen Entwürfe konkret befragen, ob sie den Bedürfnissen in Celle überhaupt entsprächen.
Dietrich Klatt wies darauf hin, dass der virtuelle Bauplatz an der 77er Straße durch Dr. Jens Broszeit vorzüglich ausgewählt sei, denn er nehme Bezug zur martialischen preußischen Militärarchitektur des 19. Jahrhunderts, dem 220 m langen heutigen Neuen Rathaus, wie den 220 m langen Wohnblock-Anlagen, die Haesler für die verarmten Menschen nach dem I. Weltkrieg gebaut hat. Vom Städtebaulichen, so war man sich auf dem Podium einig, sind fast alle Entwürfe der angehenden Architekten sehr bemerkenswert, weil sie sich nicht verstecken, sondern Antworten geben auf die sie umgebenden vorhandenen Bauten.
Aber würden die Celler, vor allem die jungen Leute, in das gedachte Forum gehen wollen, wenn es hoch gebaut ist, geschlossene Außenwände hat, oder wären doch Entwürfe mit viel Glaswänden, Fenstern, Innenhöfen anziehender? Dr. Udo Hachmann und auch Dietrun Otten, Eberhard-Schlotter-Stiftung, unterstrichen das große Problem, heute junge Leute für Kulturarbeit zu gewinnen. Ob z. B der konzipierte Bibliotheksraum sie nicht eher abschrecken würde? Dr. Lothar Haas hielt dagegen, dass Lese-Räume heute eine andere Funktion erfüllten: Sie seien Treffpunkte geworden, wo man mit, Freunden, Laptop und auch Fundstücken aus dem Büchermagazin gern auf Begegnungen zusteuere, so jedenfalls seine Beobachtung in Berlin und anderenorts in großen Bibliotheken.
Einig waren sich das Publikum wie auch Dr. Jens Broszeit, dass die Innenarchitektur offen und variabel sein sollte. Sie sollte „Offenheit und Geschlossenheit“ verbinden, so Dietrich Klatt. Kulturelle Bedürfnisse von vielerlei Art gebe es ausreichend in Celle, nicht weniger als 98 Kulturvereine existierten. Stephanie Ferber empfahl die vorhandenen Ideen weiterzuentwickeln, damit Jung wie Alt partizipieren könnten. Michael Krebs nannte Vorbilder, die er in Skandinavien und Großbritannien besucht habe: In symbiotischen Systemen treffen sich dort z.B. Kunst und Bibliothek. Gudrun Blanke-Hepper fragte, ob nicht auch an einen Kammermusiksaal mit guter Akustik zu denken sei, er wäre sehr wünschenswert für Celle.
Moderator Bernd Zobel konnte das Gespräch, gerade auch mit dem Publikum, sehr vielseitig halten. Der Hinweis von Anna Jander, dass sich das hochverschuldete Detroit für fortgesetzte Kulturförderung entschieden habe, um mit Kultur nicht nur die Menschen, sondern auch die Wirtschaft zu stärken, stieß auf großes Verständnis in der Runde.
Abschließend rieten die Uelzener Gäste den Kulturbegeisterten in Celle, einen runden Tisch zu bilden, um weiter zu diskutieren. Materielle Unterstützung könne man z.B. auch beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover beantragen, private Sponsoren zu interessieren sei schließlich immer möglich. Dr. Jens Broszeit und Dietrich Klatt stimmten darin überein, das Gespräch sei interessant und förderlich. Dr. Lothar Haas dankte allen Beteiligten und schloss mit einem Zitat des ehemaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert. „Kultur ist ein Standortfaktor. … Kultur rechnet sich … Der Kulturstaat kann seinen Ansprüchen nur genügen, wenn er von einer engagierten Bürgergesellschaft getragen und getrieben wird.“

 

Bernd Rauschenbach liest neue Traumtexte:

 

Notizen von den Äußeren Skurrilen

 

Realistisches ist in den Texten nicht beschrieben, die Bernd Rauschenbach auf Einladung der Ernst-Schulze-Gesellschaft im Dichterraum Celle im Kanzlei-Café vor einem faszinierten Publikum las. Traumhafte Wirklichkeiten bietet er. In den noch nicht veröffentlichten Texten spricht ein Ich von Träumen und schafft Träume, die auf einer Inselgruppe stattfinden, den „Äußeren Skurrilen“, die schon in ihrem Namen die Phantasie, das Phantastische versprechen, auch das Widersprüchliche, das Absurde. Und so hörte das Publikum schildernde Sätze wie diese: „Bei der Entstehung der Äußeren Skurrilen wurde von Anfang an Wert darauf gelegt, es mit dem Skurrilen nicht zu übertreiben“ oder: „Ich träume, seit ich auf der Insel bin, wie ein Scheunendrescher – das ist nicht passend.“
Mit bewährter Könnerschaft trägt Rauschenbach seine Texte vor, die noch in diesem Jahr als Buch erscheinen sollen. Er bringt Sprachspielereien und Metaphern, knüpft auch an Triviales an und schreckt vor Reimen nicht zurück: „Algorithmus, wo jeder mit muss.“ oder „Coffee to go oder zum Mitnehmen“. Mit Worten schafft er phantastische Wirklichkeiten oder reflektiert traumhaft: „Agentur für aussichtslose Fernreisen“, „Traumhaften Urlaub verspricht der Reiseveranstalter.“, „Ich habe einen Traumurlaub, wenn es denn Urlaub ist.“
Im zweiten Teil stellt der Autor einen etwas längeren, schon vor einigen Jahren erschienenen Text vor, die Titelgeschichte  des Bandes „Applausordnung“. Dem Celler Publikum konnten bei dieser Geschichte vom Theater, von Schauspielerinnen, Schauspielern und Publikum die zahlreichen Bezüge zum hiesigen Theater nicht entgehen. Berichtet wird von einem hochgeschätzten älteren Schauspieler, der sich bei einer Aufführung, an der er nicht beteiligt ist, in den begeisterten Schlussapplaus hineindrängt, um davon etwas abzubekommen. Damit handelt er sich die Feindschaft des übrigen Ensembles ein. Am Schluss der nächsten Aufführung, die ihm den größten Beifall bringen könnte, lassen die gekränkten Kollegen es nicht zu, dass er sich als der Star des Abends präsentiert, indem sie in jedem Augenblick neben ihm sind und sich stets gemeinsam mit ihm verbeugen. Sein Zusammenbruch ist das Ende.
Bernd Rauschenbach, der seit Kurzem zu den im Dichterraum Celle gewürdigten Schriftstellern gehört, schloss die Lesung mit einigen vielsagenden Kürzest-Texten als Zugabe. Die zahlreiche Zuhörerschaft verabschiedete ihn mit dankbarem Beifall, in Vorfreude auf das Erscheinen der „Notizen von den Äußeren Skurrilen“.

Kulturpreis der Stadt Celle 2018

Nach sehr langer Pause hat der Rat der Stadt Celle entschieden, wieder einen Kulturpreis zu vergeben.

Der Rat hat Elke und Lothar Haas den Preis zuerkannt.

 

Er wurde als nicht dotierter Ehrenpreis

am 7. Dezember 2018 im Rahmen des Bürgerempfangs in der Congress Union von Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge öffentlich übergeben.

 

Zuvor hatten Elke und Lothar Haas sich im Alten Rathaus ins Goldene Buch der Stadt eintragen dürfen; hier nahmen neben Vertretern der Kommunalpolitik auch einige Vertreter der Organisationen teil, in denen Elke und Lothar Haas im Sinne von Literatur und Kultur tätig sind und waren.

Beim Bürgerempfang hielt Stadträtin Susanne McDowell die Laudatio. In der Begründung des Rates hatte es u.a. geheißen:


Dres. Haas holen vergessene Schätze der Heimatliteratur aus der Versenkung und verstehen es, diese für die Gegenwart aufzubereiten und für die Celler Bevölkerung interessant zu machen. Sie widmen sich seit Jahrzehnten insbesondere Literatur-Projekten für Jugendliche, die der Leseförderung dienen (Initiierung und jahrzehntelange Organisation der „Jugendbuchwoche“; Projekte „Buchstart“, „Lese-Experten“, „Märchenwerkstatt“ u. a.).

Darüber hinaus arrangieren sie Dichterlesungen für Menschen, die oft keine Beziehung zum Schatz der Literatur haben.


Zudem ist eine ausgeprägte Identifikation mit der Celler Stadtgesellschaft und ihrem Kulturleben feststellbar, für das sie als Vorstands- bzw. Gründungsmitglieder der Bibliotheksgesellschaft, der Ernst-Schulze-Gesellschaft und der Bürgerstiftung Celle nachhaltige Impulse gesetzt haben.

 

Elke und Lothar Haas nannten es außerordentlich positiv, dass die Stadt entschieden habe, nach langer Pause wieder einen Kulturpreis zu vergeben. Celle erkenne damit an, welch hohe Bedeutung die Kultur für jede Gemeinschaft hat, auch für jede Kommune. Sie dankten allen Verantwortlichen für den Preis, auch für die Ehre, sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen zu dürfen. Es sei aber zu fragen, warum der Preis gerade ihnen zuerkannt worden sei. Lothar Haas: So viele Menschen in unserer Stadt bemühen sich ehrenamtlich um Literatur, um bildende Kunst und Musik, um Kultur. All dieses Wirken ist vielfach preiswürdig. Warum gerade wir ?


Wir beide können den Preis nur stellvertretend annehmen für alle, mit denen wir zusammenwirken und gemeinsam gearbeitet haben in der Ernst Schulze-Gesellschaft, im Arbeitskreis Celler Jugendbuchwoche, in der Bibliotheksgesellschaft Celle, in der Bibliotheksgesellschaft Niedersachsen und in der Bürgerstiftung Celle, schließlich auch stellvertretend für alle Menschen und Institutionen, die diese Arbeit mit kleinen und großen Spenden und in sonstiger Weise unterstützen. Sie alle rechnen wir zu den Preisträgern.

Elke Haas begründete, warum es Sinn mache, sich gerade für Literatur und Leseförderung einzusetzen:


Kultur, besonders auch der Literatur wird Wirksamkeit zugesprochen.
• Sie erfreut, vergnügt durch gedankliche Präzisierung wie sprachliche Schönheit.
• Sie verbindet, stärkt den sozialen Zusammenhalt.
• Sie trägt zum Gefühl der Identität mit einem Ort bei.
Beweise? Kommen Sie in Gedanken mit in unseren Dichterraum Celle!
Dort stehen Zitate an der Wand, z.B.:


„Schon die Namen der Straßen allein haben Sang und Klang, Form und Farbe. Blumlage und Fritzenwiese, wie das klingt, Stechbahn und Bohlenberg, wie das singt“.
Sie kennen den Autor: Hermann Löns.
Ein zweites Zitat:
„Die Welt ist mein Vaterland und alle Menschen sind ein Volk, – und durch eine allgemeine Sprache vereint.“
Der Vater dieses Dichters war Pächter des Celler Ratskellers, er selbst wurde das große Vorbild Schillers und anderer! Sein Name: Johann Anton Leisewitz!
Und noch ein drittes Zitat, diesmal vom größten Celler Dichter Ernst Schulze:
„Nur toten Glanz kann Macht und Reichtum zeigen;
Das Leben ist allein dem Sänger eigen.“


Nicht nur die älteren Dichter haben für Celle und weit darüber hinaus etwas zu sagen. Was wären wir jetzt ohne Hans Pleschinski, Tobias Premper, Oskar Ansull, Susanne Fischer, Bernd Rauschenbach? Also ruft Arno Schmidt uns, den älteren wie den jungen Leuten zu:
„Ich will wie eine Fackel durch die Städte rennen: lest doch! Lest doch!“

 

Alle Anwesenden des Bürgerempfangs konnten sich eine Gedichtkarte mit Ernst Schulzes „Celle“ mitnehmen. Das handschriftliche Original wird im Celler Stadtarchiv aufbewahrt. Dem Oberbürgermeister überreichten Elke und Lothar Haas ein Exemplar der Jahresgabe der Ernst-Schulze-Gesellschaft, auf der dieses Gedicht als Faksimile der Handschrift wiedergegeben ist sowie eine farbige Grafik mit dem Titel „Der Dichter im Baum“, geschaffen im Jubiläumsjahr 2017 von Friederike Witt-Schiedung.
Alles in allem: Eine erfreuliche Gelegenheit, für Literatur zu werben!

 

www.celler-presse.de

In Erinnerung gebracht:


Der Dichter Kurt Rose

 

Eine große Zuhörerschaft zu begeistern ist ein Meisterstück. Thilo Liebscher gelang es, als er den Dichter Kurt Rose, der von 1973 bis 1999 in Celle gelebt hat, zu Wort kommen ließ. Auf Einladung der Ernst-Schulze-Gesellschaft hatten sich im Kanzlei-Café, im Dichterraum Celle,  zahlreiche Literaturfreunde eingefunden, darunter Freunde Kurt Roses, auch eine seiner Töchter. Thilo Liebscher skizzierte das reiche Leben des Dichters: 1908 in Bernburg a. d. Saale geboren, ein kurzes Studium, Hauslehrer, Zimmermann in der Türkei und in Spanien, Heirat mit Margarete, in Nazi-Deutschland will er nicht Lehrer sein, deshalb reist er nach Finnland, übersetzt dort das Nationalepos „Kalevala“, was ihn prägt.


Im II. Weltkrieg ist er Soldat, nach dem Krieg schließt er seine Lehrerausbildung ab, unterrichtet an Schulen, arbeitet in Verlagen, wird im Ruhestand schließlich in Celle ansässig. Er schreibt Erzählungen für Jugendliche, Romane für Jung und Alt, Theaterstücke – in Celle z. B. mit großem Erfolg vom Intendanten Eberhard Johow aufgeführt –, Rose verfasst Lehrbücher, er übersetzt aus anderen Sprachen, am Ende seines Lebens sogar aus dem Chinesischen, er engagiert sich für soziale Projekte hierzulande wie in Afrika, vor allem schreibt er Gedichte, die auch rasch Komponisten finden – in Celle singt die Stadtkantorei die von Götz Wiese vertonten Verse, im Evangelischen Gesangbuch findet man sieben Lieder von Kurt Rose.
Thilo Liebscher beschreibt Kurt Rose, als einen aufrechten, zugewandten Menschen, seine Frau Margarete als inspirierend, beide mit weitem Horizont und lebenslangem Engagement für Menschenwürde. Zu seiner Religiosität habe der Dichter nicht zuletzt durch die bittersten Kriegserfahrungen gefunden.
Thilo Liebscher verdeutlichte die Vielschichtigkeit des Werks von Kurt Rose durch einfühlsame Rezitation. Er las Abschnitte aus drei Erzählungen: aus dem Jugendroman „Die Brigg Anke Groot“ (1943), aus „Christines neues Leben“, einer Geschichte eines traumatisierten Flüchtlingsmädchens, (1949) und aus dem Roman „Der Sohn des Admirals“ – William Penn – (1991), wohl dem erfolgreichsten Buch des Autors. Es handelt von der Gründung des Staates Pennsylvanias im Jahr 1683, die durch Toleranz und Respekt vor den indianischen Ureinwohnern gekennzeichnet erscheint. Der indianische Häuptling richtet in dem Roman an die europäischen Glaubensflüchtlingen, die Quäker, den Satz: „Ihr und wir sind Geschöpfe eines Gottes, Kinder desselben Vaters.“
Auch in der Lyrik Roses findet sich, so Liebscher, eine Lebenshaltung wieder, die drei Perspektiven zugleich umfasst: die Auseinandersetzung mit dem realen, von Geschichte und Politik bestimmten Leben, zugleich der individuelle Weg ins Innere und schließlich ein christliches Glaubensbekenntnis, das sperrig und ehrlich ist. Im Lied „Ich gehöre dazu“ (Nr. 599 im Evangelischen Gesangbuch) heißt es z.B. im bitteren Selbstbekenntnis: „und ich schrei mit dem Volk, / ich bin blind mit den Blinden, / nicht erkenn ich die Zeichen / in dem Menschengesicht.“
Im Erzählwerk „Winterarbeit“ (1997) versammelten Kurt Rose und mit ihm seine Frau Margarete Briefe, Essays, Gedichte „auf der Suche nach einem zeitgemäßen Gottesbild“. Mit einem positiven Lebensgefühl befragen sie sich, ihre Zeitgenossen wie auch uns Leser heute, was Wert hat und bleiben muss. Den kleinen Dialog „Über den Nutzen von Gedichten“ sollte wohl jedermann kennen: Beim Lesen von Versen würden „die Geschwindigkeit der Dinge, des Geschehens, die Ruhelosigkeit des Lebens“ „abgebremst“.
Zum Abschluss gab es noch eine musikalische Erinnerung an Kurt Rose. Klaus Engling erzählte vom gemeinsamen Singen und Musizieren in „Gruppenstunden“ mit dem alt gewordenen Lyriker im Johanniterheim in Celle. Rose habe allen Pflegekräften ein Gedicht gewidmet, das alsbald zu einem Lied wurde. Klaus Engling sang es zur Gitarre: „Gib, Gott, besondern Segen denen, / die dann und irgendwann / ein Stündchen Zeit mir schenken, / zu plaudern und zu lachen.“

Lesung Susanne Fischer:


Lebendige Literatur – sprudelnde Satire

Susanne Fischer aus Hohne ist seit Kurzem Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und hat jetzt auch im „Dichterraum Celle“ ihren verdienten Platz. Zu ihrer Lesung, die die Ernst-Schulze-Gesellschaft im Kanzlei-Café veranstaltete, war eine große Zuhörerschaft gekommen, und die Begeisterung wuchs mit jedem vorgetragenen Text.


Der in diesem Jahr erschienene Roman „Wolkenkönigin“, ihr zehnter, bildete den Auftakt. Er spielt in einer Kleinstadt, in der es „bessere“ Wohnviertel gibt und übel beleumundete, z.B. das Bahnhofsviertel, „Kanakennest“ genannt, in dem angeblich nur gescheiterte Existenzen und Türken wohnen. Die Ich-Erzählerin ist die 15jährige Corinna. Sie hat einen kleinen behinderten Bruder, ihre alleinerziehende Mutter bekommt ihr Leben nicht in den Griff. Aus Geldnot muss die Familie wieder einmal umziehen, ins Bahnhofsviertel. Und das bedeutet erneut einen Schulwechsel für Corinna. Sehr feinfühlig arbeitet Susanne Fischer heraus, und in ihrem Vortrag wurden alle Nuancen verdeutlicht, wie sich Corinna gegen soziale Vorurteile in ihrer alten Schule gewehrt hat und nun gleich wieder von Ich-Bezogenheit, von Status-Kämpfen, auch Liebesbeziehungen in ihrer neuen Klasse überrollt zu werden droht. Sie ist allein, keine starke Kämpferin, legt sich aber einen anderen Vornamen zu, um sich selbst einen Neubeginn zu verschaffen. Im neuen Wohnhaus begegnet sie dem sympathischen Jungen Marc, aber auch er hat viele Probleme auf den Schultern. Die Romanhandlung nähert sich einem Krimi, erhellend für Jung und Alt durch vielfältige psychologische wie soziale Nahaufnahmen von Erwachsenen wie Jugendlichen.


Im zweiten Teil der Lesung stellte Susanne Fischer eine Reihe der satirischen Kolumnen vor, die sie seit 1995 auf der Satireseite der taz, »Die Wahrheit«, veröffentlicht. Sie nutzt dabei alle Freiheiten für Reduktion und sich steigernde Reihungen. Aber: Alle Inhalte sind selbst erfahren, hier und heute, „alle Zitate sind echt“. Da ist z.B. die Erfahrung mit den angeblich die Umwelt schonenden Pappbechern für den „Kaffee to go“, die die Autorin mit ihrem Bambusbecher noch steigern möchte, aber an der Verkäuferin scheitert, die den Kaffee erst in einen Pappbecher abfüllt, der dann natürlich sofort entsorgt wird. Da ist auch die satirische Beschreibung vom „Kaffeeklatsch mit Super-Maschmeyer“, seiner „Protzvilla“ und den Verlautbarungen der immer schönen 50jährigen Ehefrau Veronika Ferres. Oder auch die Darstellung der Wettbewerbsmodalitäten für den „Grünkohl-König“ der Freiwilligen Feuerwehr: „Man muss nur so viel essen, wie reinpasst. Vor und nach dem Essen muss man sich öffentlich wiegen lassen.“ Die Autorin berichtet exakt, der Sieger habe 2,4 Kilo in anderthalb Stunden geschafft. Frauen sähen von der Teilnahme ab. Auf Teneriffa, so erfahren die Kolumnen-Leser, sieht man nach Jahrzehnten immer noch viele englische Männer mit Tätowierungen über und über, viele mit Olivenöl bekleckerte Kleidungsstücke, aber „Milchkaffee“ heißt jetzt „Latte“ und „danke“ wird mit „Do nich füer!“ entgegengenommen.
Die Zuhörer applaudierten begeistert. Für die Ernst-Schulze-Gesellschaft dankte Lothar Haas so: „Die Wahrheit kann höchst vergnüglich sein! Wir freuen uns auf das Buch mit den satirischen Kolumnen, das im nächsten Jahr erscheinen soll!“

Wiederbegegnung mit Hans Fallada

 

Die Ernst-Schulze-Gesellschaft hatte aus Anlass des 125. Geburtstags des Dichters ins Kanzleicafé eingeladen. Günther Goldammer las und viele, viele Zuhörer waren gekommen. Kein Stuhl blieb unbesetzt.
Das Zitat Falladas an der Wand im dortigen „Dichterraum Celle“ lautet: „Ich hätte nie gedacht, dass Romane so sein könnten! Stücke aus dem Leben nämlich, wirkliches Leben (…)“ Und genau so erlebte das Publikum den Vortrag von vier sehr gut ausgewählten Texten: Zuerst „Der Gänsemord von Tütz“, eine Erzählung aus den 30er Jahren, die die Zwänge der feudalen Gesellschaft auf dem Lande aufs Korn nimmt.
Es folgte ein Auszug aus dem berühmten Roman „Jeder stirbt für sich allein“ (1946), der die Ohnmacht, aber auch moralische Größe des Einzelnen in Hitlers Krieg konkretisiert, und schließlich die wunderbar vielschichtigen Beschreibungen zu Celle und zur eigenen Familie, dargestellt aus der Perspektive von Kindern: „Kaffeetrinken an der Aller“ (1941) und „Lieschens Sieg“ (aus einem Brief).
Günther Goldammer rezitierte nicht nur, in einem großen Rahmen charakterisierte er das höchst problematische Leben des Dichters, indem er die wichtigsten Stationen aufzeigte: Der Sehnsucht nach Liebe, nach einem erfüllten Leben auf dem Land, nach einer Idylle standen Drogensucht, Kriminalität, Selbstmordabsicht, Tötung des Schulfreunds im abgesprochenen Duell mit aufeinander folgenden Aufenthalten in der Psychiatrie und im Zuchthaus gegenüber.
Dem großen Erzähler gelang aber auch der Welterfolg mit dem Roman „Kleiner Mann – was nun?“, der ihm ein goldenes Jahrzehnt mit seiner Frau Suse auf dem eigenen Gut Carwitz ermöglichte. Goldammer unterstrich: „ Falladas Abstürze sind denen des Ikarus vergleichbar. Er war ein Autor der Maßlosigkeit. Das Weiterlesen lohnt auf jeden Fall!“ Und dem stimmte sein Publikum zu, dankbar für diese Wiederbegegnung. Ein Tip: „Der Trinker“.

Lesung Tobias Premper:
Mit der Literatur-Lupe sehen lernen

 

„Ich fänd’s schön, wenn wir uns mal wieder treffen könnten“, sagte die Frau, die Frida hieß, und ging an den Gräbern vorüber nach Hause.“ Mit diesem Schluss der „Miniatur“ „Fünf Frauen“ endete die jüngste Lesung von Tobias Premper in der Galerie Dr. Jochim. Und vermittelte Tatsachenbeschreibung wie Textqualität in einem.


Viele Leserinnen und Leser waren gekommen, um den aus Celle stammenden Autor wieder zu hören, neugierig gemachte Literatur-Enthusiasten waren gefolgt. Denn die „Miniaturen“ Tobias Prempers beschreiben aufs genaueste Selbstbeobachtungen, Nöte, Fluchtversuche, Träume der Menschen. Sie ermöglichen Erschrecken und Lachen, fordern immer zum Innehalten auf.


Lothar Haas begrüßte als Vorsitzender der Ernst-Schulze-Gesellschaft und spannte dabei einen Bogen von dem vor 200 Jahren verstorbenen Ernst Schulze zu Tobias Premper: zwei Dichter aus Celle, die beide im Dichterraum Celle im Kanzlei-Café gewürdigt werden. Haas konnte auch daran erinnern, dass Premper 2017 mit einem skurrilen witzig-ironischen Text als Hommage Schulze geehrt hatte.


Tobias Premper stellte in seiner Lesung zunächst acht „Miniaturen“ aus seinem jüngsten Buch vor: „Ich war klein, dann wuchs ich und war größer“. Darunter waren drei, die „bestimmt nicht in Celle, sondern in Hannover“ ihren Ort hätten, so beruhigt er die Zuhörer. In den „Aristokraten“ stopft ein „Mann mit Hut“ eine Familie mit vier Übergewichtigen, die sich offensichtlich von und in einer Mülltonne etwas erhoffen, in die Tonne und schlägt den Deckel zu. In der grotesken Kurzerzählung „Anleitung, wie mit einem Tyrannen umzugehen ist“ bespritzt ein „schlaksiger Mann“ den „Tyrannen“ mit „Senf und Ketchup“ und verschwindet „im Getümmel lachender Menschen“. Zum Nachsinnen wohl sehr zu empfehlen!


Zum Vergnügen seines Publikums las Premper auch einige Kurzgeschichten aus zwei seiner weiteren Bücher, die ebenfalls im renommierten Steidl-Verlag erschienen sind: „Durch Bäume hindurch“ und „Mississippi Orangeneis Blues“. Und nicht nur das, er rezitierte auch Geschichten, die es noch nicht in einem Buch nachzulesen gibt, so die Miniatur „Der Reiher“. Sie handelt von einem Vogel, der einen Fisch fängt und ihn vor den Augen eines seinen Kaffee trinkenden Beobachters zu zerteilen versucht. Die vergeblichen Hackkünste des Vogels, der den Fisch schließlich liegen lässt, lösen im Ich etwas aus: „Nachdem ich bezahlt hatte, stand ich auf und versuchte mich ganz normal zu verhalten. Ich scheiterte kläglich.“


Die Lesung fand im Direktorenhaus statt, ehemals Magnushütte, einem Haesler-Bau. Der klare Raum korrespondierte in eigener Weise mit der gebotenen skurril-klärenden Literatur und trug zu einer sehr konzentrierten Atmosphäre bei. Die Ernst-Schulze-Gesellschaft wie das Publikum dankten herzlich.

Die Prinzessin von Zelle

Ungewöhnliches wurde im Celler Kreistagssaal geboten. Nicht Kommunalpolitik wurde diskutiert, es wurde ein Schauspiel vorgestellt, das nie geschrieben wurde. Vor mehr als 200 Jahren hatte Friedrich Schiller in seinem letzten Lebensjahr geplant, ein Drama zu verfassen mit dem Titel „Die Prinzessin von Zelle“. Dem Dichter der Klassik gelang es nicht mehr, dieses Stück zu schreiben. 1805 starb der Schwerkranke. Auf seinem Schreibtisch lagen etliche Blätter, auf denen er den Verlauf der Handlung skizziert hatte, auch mit mehreren Varianten. Welche Gedanken er mit dem Schauspiel vermitteln wollte, hatte Schiller dabei durchaus formuliert. Doch Monologe, Dialoge, Szenen für das Stück hatte er noch nicht einmal zu schreiben begonnen.
Die Ernst-Schulze-Gesellschaft hat nun dieses ungeschriebene Drama im voll besetzten Kreistagssaal dem Celler Publikum vermittelt. Aufgeführt werden konnte es ja nicht, weil Schiller keinen Dialog mehr zu Papier gebracht hat. Da das geplante Stück sich auf das Schicksal der Sophie Dorothea (1666 - 1726) beziehen sollte, die auch als „Prinzessin von Ahlden“ bekannt ist, wurde zu Beginn diese historische Person in ihrem Umfeld geschildert. Uwe Winnacker trat als Kavalier vom Celler Hof auf, in einem Kostüm vom Ende des 17. Jahrhunderts, und erzählte voll Vergnügen und mit feiner Ironie von dieser Tochter des letzten Celler Herzogs und der Eleonore d’Olbreuse, von ihrer Jugend in Celle, von ihrer Verheiratung mit dem Sohn des hannoverschen Herzogs, der schwierigen Ehe, von der Verachtung, die sie wegen der nicht ebenbürtigen Abkunft ihrer Mutter erfuhr, von ihrer Affäre mit dem Grafen Königsmarck, der Scheidung und der dreißigjährigen Verbannung nach Ahlden.
Anschließend berichtete Dr. Elke Haas davon, wie es Schiller in seiner Jugend als Sohn eines einfachen Offiziers an der Karlsschule ergangen war, welche Erniedrigungen er im Vergleich zu seinen adligen Mitschülern zu ertragen hatte und wie er einerseits mit seinen großen Dichtungen deutschlandweit Anerkennung fand, andererseits aber als Bürgerlicher selbst am Weimarer Hof gegenüber Adligen zurückgesetzt wurde. In Erinnerung brachte Haas dem Publikum auch, wie Schiller darunter litt, dass seine Frau, selbst von adliger Geburt, nach der Heirat mit ihm, dem Bürgerlichen, nicht mehr bei Hofe verkehren durfte, was sich erst änderte, als er 1802 vom Kaiser geadelt worden war.
Elke Haas arbeitete in ihrem lebendigen Vortrag heraus, wie Schiller die Sophie Dorothea als Prototyp einer Erniedrigten verstand. Er habe nicht die Realität der historischen Person Sophie Dorothea mit der Affäre Königsmarck nachbilden, sondern eine literarische Figur gestalten wollen, die sich schließlich frei entscheidet und sich von den Niedrigkeiten löst. Haas verwies auf eine Äußerung Schillers gegenüber Goethe, sobald es auf etwas rein Menschliches ankomme, sollten Geburt und Stand in ihre „völlige Nullität zurückgewiesen“ werden. Schiller habe sich gegen das Unrecht wenden und damit viele Menschen erreichen wollen.
Warum dieses Ziel gerade mit einem Theaterstück habe erreicht werden sollen, begründete Elke Haas mit Schillers Überzeugung: „Kultur heilt.“ Auf dem Theater könnten Menschen alle Emotionen unmittelbar erleben und miteinander teilen. Dafür sei eine kunstvolle Sprache in getakteten Versen notwendig. Nur so hafte das Gesagte positiv im Gedächtnis.
Unterbrochen und unterstrichen wurde dies durch eine Reihe längerer Zitate von Schiller und anderen, die drei Schülerinnen des Gymnasiums Ernestinum engagiert und mit Nachdruck vortrugen, Jacqueline McDonald, Josephine Hilpert und Jule Petersen.
Nach all dieser Vorbereitung kam dann der Originaltext des Schillerschen Dramenplans zur Geltung. Hermann Wiedenroth las zwei der vom Dichter hinterlassenen Varianten mit großer Souveränität und so einfühlsam, dass es auch bei schwierigen Passagen leicht fiel, Schillers Gedanken zu folgen. Von einem Zuhörer kam später die Äußerung, er habe mit geschlossenen Augen gelauscht. So konnte Wiedenroth die Überzeugung vermitteln, dass aus diesem Plan ein großes Theaterstück hätte werden können.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit dem von Jule Petersen vorgetragenen Bericht eines Studenten aus dem Jahr 1803 über eine Huldigung an Schiller: Er und seine Freunde suchten ihn in Bad Lauchstädt in seiner Wohnung auf, überredeten den schon zu Bett Gegangenen, zu ihrem Fest mitzukommen, halfen ihm in die Kleider und brachten ihn im Triumph zum Festsaal, wo er mit Jubel und dem Lied „Freude, schöner Götterfunke“ begrüßt wurde, seinen Versen in der Vertonung von Beethoven.
Für manche kann diese Veranstaltung wohl ein Anstoß gewesen sein, mal wieder im Schiller zu lesen.

"Im Frühjahr 2017 hatten wir auf dem Grundstück des Landkreises, dicht an der Straße, die Ernst-Schulze-Säule aufgestellt, als „Literaturausstellung an der Straße“, auch mit Ankündigungen der Veranstaltungen. Zum Ende des Jubiläumsjahres haben wir – wie vorher abgesprochen – die Säule dem Landkreis übertragen.

Mittlerweile hat sie einen anderen Standort bekommen: im Zentrum des Grundstücks des Landkreises, an dem Weg zum Kreistagssaal, und sie ist neu beklebt worden. Oben findet sich weiterhin der Name Ernst Schulze mit den Lebensdaten. Die Hauptfläche der Säule wird vom Kopf Ernst Schulzes bestimmt, und der Bereich darunter steht der Ernst-Schulze-Gesellschaft für Informationen zur Verfügung. Etwa zwei Drittel der Gesamtfläche will der Landkreis zur Ankündigung von Kulturveranstaltungen nutzen."

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